August 2004
Nordkap
Juli und August 2004
________________
| Im Juli und August 2004 fuhren wir für drei Wochen in die Ferien nach Skandinavien. Unsere Route sah folgendermassen aus: von Stockholm der Küste entlang bis nach Sundsvall, von dort landeinwärts und via Hoting, Storuman und Tärnaby über die Grenze nach Mo i Rana, Norwegen. In Norwegen verbrachten wir zwei abwechlungsreiche Wochen. Von Mo i Rana fuhren wir nach Bodo. Dort setzten wir mit der Fähre auf die Lofoten über. Weiter ging's auf die Vesteralen und wieder per Fähre auf die Insel Senja. Unsere Route führte uns weiter nach Tromso, Alta und ans Nordkap. Den Weg Richtung Süden nahmen wir über Lakselv und Karasjok in Angriff. In Karigsniemi passierten wir die Grenze zu Finnland. Am See Inarijärvi verbrachten wir ein paar sonnige Tage, bevor wir nach Rovaniemi fuhren, wo wir den Autozug Richtung Helsinki bestiegen. Von Helsinki aus unternahmen wir zum Abschluss der Reise einen Ausflug nach Tallinn, Estland. Doch
nun von vorne: Hier beginnt nämlich alles. Unser Motorrad
wird eine Woche vor unserem Ablug in Basel verladen und nach Stockholm
gebracht. Nach
unserer Ankunft in Stockholm holen wir das Motorrad bei der Speditionsfirma
ab und fahren los Richtung Norden. Dieser nette Mann kam am Samstag
extra auf das Gelände, um uns die Tore zu öffnen. |
| Zügig durchqueren wir die endlosen Wälder Schwedens und passieren am vierten Tag die Grenze zu Norwegen. An diesem Tag hat es zum ersten und letzten Mal geregnet. Während der restlichen Zeit bescherte uns Petrus trockenes und warmes Wetter. Wir passieren den Polarkreis nördlich von Mo i Rana in voller Montur...
Invasion der Marsmenschen?? |
|
Via Fähre Bodo - Moskenes erreichen wir die Lofoten. Das Leben hier hängt stark mit der Kabeljau- Fischerei zusammen. Überall stehen riesige Holzgestelle, auf denen der Kabeljau (Dorsch) zum Trocknen aufgehängt wird und so zu Stockfisch wird. Berge,
die im Meer versinken, das sind die Lofoten. Die Landschaft ist atemberaubend
schön.
Moskenes - hier legt die Fähre von Bodo an.
Die
Schneefelder scheinen zum Greifen nah.... Der westlichste Ort der Inseln, der sich ganz einfach "A" (mit dem Kreis obendrauf) nennt. Hier gibt es zwei interessante Museen über die Lofot-Fischerei.
Eine beliebte Unterkunft für die Touristen sind die meist rot angemalten Rorbuer. Das sind Fischerhütten, die auf Pfählen gebaut sind, die bis ins Meer reichen. Auch wir durften zwei wunderbare Tage in "unserer" Fischerhütte auf einer kleinen Insel verbringen.
Der wohl am schönsten gelegene Ort auf den Lofoten - Reine
Aber auch das findet man im hohen Norden - Sandstrand bei Fredvang, wo wohl auch der schönste Camping-Platz in Nord-Norwegen liegt.
Abendstimmung
auf den Lofoten.
Und um sie dreht sich auf den Lofoten so ziemlich alles - hier in getrockneter Form. Der Stockfisch wird zum grössten Teil nach Italien exportiert und gilt als Spezialität. Der "Duft" des Stockfischs ist nicht zu überriechen, und das, obwohl die Fischerei und das Trocknen im Winter stattfindet. In den Sommermonaten sind die meisten Gestelle leer. |
|
Wir verlassen die Lofoten und fahren weiter auf die Vesteralen. Auch diese Inselgruppen sind oft mit riesigen Brücken verbunden, die immer so hoch gebaut sind, dass die Schiffe (zb. Hurtigruten) passieren können.
In Borg besuchen wir das Wikingermuseum und sehen, wie das Leben vor über 1000 Jahren gewesen ist. Hier das rekonstruierte Häuptlingshaus aus der Eisenzeit.
Das 23 m lange Wikingerschiff - auf zum Raubzug nach England... nur mit der Rudertechnik happert es noch. Dafür hat der Kaptain sehr schön und laut gesungen.
|
|
Die Landschaft auf den Vesteralen ist viel lieblicher. Das hier ist Nykvang. Mitten im Dorf gibt es einen Felsen, wo viele verschiedene Seevögel nisten.
|
|
Die zahlreichen Fjorde entlang der Küse eignen sich hervorragend für Zuchtanlagen. Norwegens Fischindustrie zählt zu den grössten Europas.
In
Hovden gibt es schöne Sandstrände. Der Ort ist auf der Nordseite
der Insel, dem "offenen" Meer zugewandt. Obwohl wir uns auf
der gleichen Höhe wie Grönland befinden, kann man dank des
Golfstroms im Meer "baden". So wage ich mich ins kalte Wasser,
brr..
|
| Übernachtet
haben wir im Zelt, auf Campingplätzen in kleinen Blockhütten
und in den grösseren Städten (Bodo, Tromso, Tallinn) in
Hotels. Die schönsten Plätze zum Schlafen finden sich immer
in der freien Natur bei Übernachtungen im Zelt.
|
|
Das
Abendessen haben wir meistens in einem "Restaurant" eingenommen.
Kann sein, dass wir mit unserer Wahl nicht immer Glück hatten,
aber das Essen liess eher zu wünschen übrig. Wer keinen Fisch
mag, kein Fastfoody ist und mit Majonnaise nicht viel anfangen kann,
für den ist Essen in Skandinavien eine Herausforderung...
aber wir sind überzeugt, dass die gute arktische Küche schon
irgendwo existiert.
Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel - hier fanden wir, wie immer per Zufall, ein Restaurantan einmalig schöner Lage. Auf den Lofoten haben wir, zuerst ohne unser Wissen, Walfisch gegessen. Das Fleisch dieses Säugetieres schmeckt wie Hirsch.
In Andenes machen wir auf einer Wal-Safari mit. Die WalsafariführerInnen sind Forscher und Studierende aus vielen Ländern. Nirgendwo sonst an der norwegischen Küste liegt der steile Übergang vom Kontinentalsockel in den Kontinentalabhang so nahe am Festland wie bei Andenes. Dort finden männliche Pottwale ihre Nahrung. Von Andenes braucht das Schiff nur eine Stunde hinaus zu Moby Dick. Auf unserer Fahrt sahen wir vier Pottwale. Der Pottwal ist der grösste Zahnwal und ein sehr guter Taucher. Beim Abtauchen klappt er den Körper zusammen und taucht kopfvoran senkrecht hinunter. Deshalb kann man seine Schwanzflosse immer gut sehen.
|
| Von der Insel Senja fahren wir über einen Schleichweg nach Tromso. Wie so oft benützen wir auch dieses Mal wieder eine Fähre. Tromso ist die grösste Stadt, die nördlich des Polarkreises liegt. Wir nützen die Gelegenheit, uns mal wieder ausgiebig zu duschen und durch die Strassen mit den vielen Läden, Cafés und Restaurants zu schlendern. Im Hintergrund sieht man die Eiskathedrale. Im
Vordergrund "Sofie Sjöberg", die örtliche Statue.
MANN sagt,
Je
näher wir dem Nordkap kommen, desto mehr Rentiere sehen wir. Diese
Tiere wurden von den Samen domestiziert. Sie sind zahm und sehr friedlich.
Anscheinend könnte schon ein Kind eine ganze Herde führen.
Die Rentiere sind oft auf oder neben der Strasse anzutreffen, wie bei
uns die Kühe auf einer Alpe.
Das
war das erste Rentier, das wir gesehen haben. Natürlich mussten
wir es fotografieren. Später wurde der Anblick zum Reisealltag. Und
hier sehen wir gleich eine ganze Herde.
In Alta haben wir uns die Felszeichnungen angeschaut. Sie entstanden vor 6000 bis 2000 Jahren und wurden mit Meisseln aus hartem Gestein in den Felsen gehauen. Das Gebiet der Zeichnungen war ein ritueller Platz, wo sich die Menschen mehrmals im Jahr traffen.
|
| Wir
überqueren den 71. Breitengrad. Das Nordkap befindet sich auf 71°10'21'' und ist eben nicht der nördlichste Punkt Europas. Das ist eine unspektakuläre Landzuge ca. 5 km weiter westlich, die etwa 500 Meter weiter ins Polarmeer ragt. Aber eben, das Kap ist touristisch interessanter, denn von hier geht es mehr als 300 Meter senkrecht in die Tiefe. Weiter nördlich liegt irgendwo noch Spitzbergen (etwas mehr im Westen) und dann trifft man auf das Eis der Arktis.
Für uns beide ist die Ankunft am Kap ein spezieller Moment, besonders für Marco, für den diese Reise schon seit langer Zeit ein Wunschziel war.
Mitternachtssonne
am Nordkap um 00.04 Uhr. Nun geht es wieder Richtung Süden. Hier passieren wir die Grenze zu Finnland.
Und hier ein Bild von unserem Abstecher an die russische Grenze. Da wir kein Visum haben, dürfen wir nicht weiter.
Am Inari-See übernachten wir in einer Blockhütte mitten im Wald. Wir fahren mit einem Ruderboot auf den See und ich mache die Erfahrung, dass man mit einer Schwimmweste wirklich nicht untergeht. (geschieht freiwillig, wir sind nicht gekentert..)
Auch
die samische Kultur lernen wir besser kennen. Hier wird ein Schitten
zurecht gemacht. |
| In
Ivalo erleben wir ein Riesenspektakel (und einen Höllenlärm).
|
| Gegen
Ende der Reise benötigen wir DRINGEND einen neuen Pneu für
unser Motorrad. Aber auch diesmal steht uns Fortuna bei und so fahren
wir, just in time, an einer Pneufirma vorbei.
In Rovaniemi besteigen wir den Autozug, der uns über Nacht nach Helsinki bringt. Hier der Hafen, der natürlich noch viel grösser ist mit noch VIIIIEEELL grösseren Kreuzschiffen als diesen hier.
Wir entschliessen uns, mit der SuperSeaCat nach Tallinn zu fahren. Die Altstadt gefällt uns sehr gut und auch die Menschen sind aufgestellt und freundlich. Das Leben erscheint und fröhlich und bunt, wir sind positiv überrascht von Estland.
|
|
|
|
|
| Mein
liebster Dank gilt "Lars Svenson", der mich unfallfrei durch
Skandinavien gefahren hat. FMG, alias Fränzi. |